Peter Rosenbaum

Peter Rosenbaum

Manager Central Production Peißenberg, Agfa-Gevaert HealthCare GmbH

Nach dem allgemeinen Abitur am Gymnasium Geretsried habe ich im September 1983 eine Ausbildung zum Werkzeugmacher absolviert, die ich nach einer Ausbildungszeit  von 2,5 Jahren, mit einer einjährigen Lehrzeitverkürzung mit Erfolg abgeschlossen habe.
In der daran anschließenden Grundwehrzeit wurde ich fachspezifisch als Waffenmechaniker ausgebildet, bevor ich im Rahmen der weiteren Grundwehrzeit mit dem Prüfkommando die Fahrzeugen und Waffen der oberbayerischen Kasernen überprüft habe.
Vor der Aufnahme des Studiums habe ich im Ausbildungsbetrieb für mehrere Monate als Werkzeugmacher gearbeitet. Ebenso konnte ich im Rahmen der Semesterferien den Bezug des theoretisch Erlernten wieder in der Praxis umsetzen.
In der Zeit von Oktober 1987 bis März 1991 absolvierte ich an der Fachhochschule München in der Fachrichtung Feinwerktechnik mit dem Studienschwerpunkt „Produktion und Automatisierung“ mein Studium. Während der letzten Semester habe ich parallel zum Studium meine Diplomarbeit angefertigt.
Im April 1991 begann meine Ingenieurstätigkeit im Werk Peißenberg der Agfa Gevaert. Zu Beginn war der Einsatz in der zentralen Fertigungsvorbereitung im Bereich der Typplanung für medizinische Produkte zu Röntgenfilmbelichtung und –entwicklung.
Nach drei Jahren übernahm ich die Aufgabe des Prozess-Ingenieurs in der neu organisierten Produktlinie Hardcopy. In dieser Funktion war ich zuständig für die Einführung neuer Hardcopy-Produkte in die Serie sowie die Definition neuer Prozesse im Montageablauf. Zusätzlich war ich in einem zentralen Projekt zur Einführung eines neuen ERP-Systems als key-user tätig. 1998 konnte mit Erfolg an den 4 süddeutschen Produktionsstandorten SAP / R3 eingeführt werden.
Anfang 1999 Übernahm ich die Leitung der Produktion Hardcopy, die nach der Integration der Filmentwicklungsgeräte in Film & Print umbenannt wurde. Wesentliche Hauptaufgabe war in den ersten Jahren der Transfer eines Produktes aus der belgischen Produktion in die Produktion nach Peißenberg während der laufenden Serienfertigung.
Durch eine sehr intensive und kooperative Zusammenarbeit mit der belgischen Entwicklung-, Marketing- und Applikationsabteilung konnten sämtliche folgenden Produktneuentwicklungen termingerecht in die Serien Produktion überführt werden. Parallel dazu wurde die Versorgung der Montagen komplett auf eine Kanban-Versorgung nach drei unterschiedlichen Prinzipien (Transportkanban aus dem Lager, Lieferantenkanben direkt vom Hersteller und Produktionskanben aus der eigenen mechanischen Fertigung sowie aus der internen Montage) aufgebaut. Zur Realisierung der werksweiten Kanbaneinführung wurde Standards für die Produktionsarbeitsplätze geschaffen, die eine einheitliche Materialversorgung ermöglichten.
Zur weiteren Optimierung wurden Projekte initiiert um die indirekten Aufwände weiter zu reduzieren, dies wurde durch die Einführung von Konsignation-Lagern im Werk realisiert.
Die Produktionsmengen sind im Jahre 2000 auf  knapp 1000 Geräte pro Monat angestiegen, wodurch ich in meinen Verantwortungsbereich über 100 Mitarbeiter geführt habe.
2007 bot sich ein Wechsel zur Produktlinie Computed Radigraphy an, in der technisch deutlich komplexere Produkte in niedrigeren Stückzahlen hergestellt werden. Zusätzlich werden die kundenspezifischen PC-Konfigurationen für den europäischen und Direkt-Export Markt nach Kundenwunschtermin gefertigt und geliefert.
Anfang 2009 wurde mit die Leitung der Zentralen Produktion und die stellvertretende Werkleitung angeboten. Diese neue Herausforderung brachte in den Folgejahren viele verschiedene bereichsübergreifende Projekte, wie die Einführung eine Direktlieferung zu Überseekunden aus dem Werk Peißenberg und die Übernahme der weltweiten Ersatzteilversorgung incl. der an einen anderen Partner vergebenen Gefahrgutsendungen. In der Funktion als Leiter der Zentralen Produktion war mir die Wareneingangskontrolle, der gesamte Logistikbereich und eine zentral agieren Projektgruppe unterstellt.
Die Wareneingangskontrolle hat neben der Durchführung der Serienprüfung auch sämtliche Erstbemusterungen und Reklamationen abgewickelt. In weiterer Konsequenz sind die Mitarbeiter der Wareneingangskontrolle mit meiner Unterstützung auch vielfach bei Lieferantenaudit vor Ort gewesen um die Prozesse und die Abarbeitung von Reklamationen involviert.
Versorgungskonzepte wie Kanban und Konsignation wurde weiterentwickelt und in allen Bereichen der Produktion etabliert. Ebenso wurde externe Logistikkonzepte überprüft und wo sinnvoll und wirtschaftlich möglich optimiert.
Durch die Übernahme der weltweiten Ersatzteilversorgung und damit auch verbunden die Bearbeitung aller weltweiten Ersatzteilretouren wurde neue zusätzliche Anforderungen an die Mitarbeiter gestellt (z. B. Zoll-, Reklamationsabwicklung usw.).

Agfa-Gevaert HealthCare GmbH

Agfa HealthCare ist führend im rasch wachsenden Markt der integrierten IT- und Imaging-Systeme, welche Gesundheitseinrichtungen einen nahtlosen Informationsfluss sowie eine 360°-Sicht auf die Behandlung von Patienten gewähren. Das Unternehmen verfolgt eine einzigartige, ganzheitliche Vorgehensweise, die es ermöglicht, voll integrierte Lösungen für alle Klinikverfahren zu bieten. Diese spezialisierten Lösungen verbinden IT mit Imaging-Systemen für die Radiologie, Kardiologie, Mammografie und Orthopädie. ORBIS, das Klinik-Informationssystem von Agfa HealthCare, integriert alle in Gesundheitseinrichtungen entstehenden, administrativen und klinischen Daten und kann dadurch die besonderen Bedürfnisse des medizinischen und pflegerischen Fachpersonals abdecken.
Die Agfa-Gevaert Gruppe erwirtschaftete mit ca. 9.000 Mitarbeitern weltweit (rund 800 davon an den vier Standorten der Agfa-Gevaert HealthCare GmbH) in 2016 einen Umsatz von ca. 2,54 Mrd. Euro. Im Werk Peißenberg der Agfa HealthCare produzieren ca. 300 Mitarbeiter im Jahr ca. 10.000 Produkte im Bereich Medizintechnik und zerstörungsfreier Materialprüfung im Auftrag eines OEM. Für Krankenhäuser und Radiologiepraxen werden komplette Direkt-Radiologie-System sowie Systeme der digitalen Computerradiologie, wie Röntgenbildscanner und medizinische Drucker produziert und weltweit exportiert.
Das Werk Peißenberg ist innerhalb der gesamten Agfa-Gevaert Gruppe das "Center of Excellence" für die Herstellung von Geräten für die Medizintechnik und auch die "Lead Factory" im weltweiten Produktionsnetzwerk.
Aufgrund des innovativen "Produktionssystems Peißenberg", getreu dem Konzept "TEAM, LEAN & GREEN", das sich nun über viele Jahre schon bewährt hat und sich einer stetigen Weiterentwicklung unterzieht, und der engagierten und motivierten Mitarbeiter des Standortes konnte sich die Fabrik im Wettbewerb des Marktes dauerhaft behaupten.
Die Auszeichnungen zur „Fabrik des Jahres 2009“ (Hervorragende Montage), 2012 (Hervorragende Kleinserienfertigung) und 2016 (Hervorragende Teilefertigung und Montage) sowie die Verleihung des „Bayerischen Qualitätspreises 2011“ bestätigen die herausragende Stellung in der produzierenden Industrie.
Unser Ansatz im Konzept " TEAM, LEAN & GREEN" beinhaltet die Philosopien "Gruppenarbeit", "LEAN-Management" und nachhaltige Produktion. Der Mensch steht damit bei uns im Mittelpunkt des Systems. Mit den LEAN-Methoden verbessern wir kontinuierlich die Prozesse und Produkte. Somit ist für uns die Synthese von TEAM = Mensch und LEAN = Methode eine optimale Kombination zur Exzellenz. Zur Nachhaltigkeit des Wirtschaftens am Standort Peißenberg wurde ein Energiemanagementsystem nach ISO 50001 eingeführt und kontinuierlich weiterentwickelt.
Das täglich gelebte Produktionssystem Peißenberg besteht aus den Kernbereichen Mitarbeiter, Technologien und Prozessen. Es ermöglicht durch die Integration von ausgewählten Methoden eine effiziente, kostengünstige, hochqualitative und termingerechte Herstellung von komplexesten Medizinprodukten und Kundenlösungen.
Die Werksstruktur wurde im Zuge eines "Lean Management"- Gedankens auf die Hauptfertigungsbereiche, den Montagen, ausgerichtet. Die Funktionen in kleinen Fraktalen umfassen alle Inhalte früherer Stabsabteilungen, wie Fertigungsvorbereitung, Anlauffertigung, Planung, Disposition, Beschaffung, Fertigungstechnik etc. Somit hat jede Einheit die Möglichkeit ihr eigenes Geschäft autark und eigenständig zu gestalten und zum Erfolg zu führen.
Die konsequente Weiterentwicklung auf Basis Lean Management ist die Digitalisierung und die Einführung von Industrie 4.0. Aktivitäten zur Realisierung von Industrie 4.0 sind definiert und in Teilbereichen umgesetzt. Eine kontinuierlichere Weiterentwicklung wird unter der Berücksichtigung der regulatorischen Vorgaben forciert und sichergestellt.
Die Qualitätspolitik des Geschäftsfeldes HealthCare orientiert sich an den hohen Anforderungen aus dem Medizinbereich und beinhaltet alle gesetzlichen und regulativen Vorgaben aus vielen Ländern. Die Kernbotschaften der Qualitätspolitik sind der Fokus auf die Kundenzufriedenheit, die kontinuierliche Verbesserung der Prozesse, die Einhaltung der Standards und Regularien, die innerbetriebliche Kommunikation und die Steigerung der Kompetenz der Mitarbeiter.
Unsere engagierten und motivierten Mitarbeiter sowie unser oben genanntes "Produktionssystem Peißenberg" mit dem Konzept " TEAM, LEAN & GREEN" garantieren, dass dieser Standort mit seiner flexiblen und effizienten Organisation und mit seinen kostenoptimierten Prozessen unseren Kunden am gesamten Weltmarkt qualitativ hochwertige Produkte absolut wettbewerbsfähig und nachhaltig bereitstellen kann.

Agenda 2017, Konferenz
Standards und Lean bilden die Basis für Industrie...

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